Alle Ratgeber

BR-Recherche enthüllt Netzwerk aus 120 illegalen Online-Casinos mit Soft2Bet-Verbindungen

Geschrieben von Clara Simon · 22.8.2026

BR-Recherche enthüllt Netzwerk aus 120 illegalen Online-Casinos mit Soft2Bet-Verbindungen

Investigative Reportage über illegale Online-Casinos in Deutschland mit Fokus auf Bayerischer Rundfunk und Soft2Bet

Ein investigativer Bericht des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe hat ein Netzwerk von rund 120 nicht lizenzierten Online-Casino-Seiten aufgedeckt, die sich gezielt an deutsche Spieler richten, während die Infrastruktur von der zypern- und malta-basierten Soft2Bet stammt und deren Gründer Uri Poliavich genannt wird.

Details zur Netzwerkstruktur und den beteiligten Plattformen

Interne Dokumente zeigen, dass Soft2Bet und verbundene Unternehmen zwischen 2020 und 2024 mehr als 600 Millionen Euro aus diesen illegalen Operationen erwirtschaftet haben, und eine Analyse ergab allein im Mai 2026 etwa acht Millionen Aufrufe aus Deutschland für Seiten wie Wazamba und Rabona, die Teil dieses Netzwerks sind. Die Berichterstattung beleuchtet aggressive Vorgehensweisen gegenüber spielsüchtigen Nutzern, und sie verweist zugleich auf die Aufgaben der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder bei der Bekämpfung unlizenzierter Glücksspielangebote.

Beobachter notieren, dass die Plattformen über gemeinsame technische Strukturen verbunden sind, die es ermöglichen, Inhalte schnell anzupassen und regionale Beschränkungen zu umgehen, während die Betreiber ihre Server in Zypern und Malta nutzen, um die Reichweite in Deutschland aufrechtzuerhalten. Forscher, die sich mit diesen Mustern beschäftigen, haben festgestellt, dass solche Konstruktionen es erleichtern, große Mengen an Traffic zu generieren, ohne dabei den nationalen Lizenzanforderungen zu entsprechen.

Finanzielle Auswirkungen und Ertragszahlen

Zahlen aus den internen Unterlagen belegen, dass die Einnahmen aus dem Zeitraum 2020 bis 2024 die Marke von 600 Millionen Euro überschritten haben, und diese Summen stammen ausschließlich aus Aktivitäten, die in Deutschland als illegal gelten. Analysten weisen darauf hin, dass die monatlichen Zugriffe im Mai 2026 mit acht Millionen einen deutlichen Indikator für die anhaltende Nachfrage darstellen, während Beispiele wie Wazamba und Rabona regelmäßig in den Top-Rängen der Aufrufstatistiken auftauchen.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die finanziellen Ströme über komplexe Affiliate-Systeme laufen, die es den Beteiligten erlauben, Gewinne zu verschleiern und gleichzeitig aggressive Marketingstrategien einzusetzen, die auf vulnerable Gruppen abzielen. Experten haben beobachtet, dass solche Modelle in der Vergangenheit bereits zu regulatorischen Eingriffen geführt haben, ohne jedoch die gesamte Infrastruktur zu unterbinden.

Analyse von Zugriffszahlen und finanziellen Strömen illegaler Casino-Netzwerke mit Bezug auf GGL-Aktivitäten

Aggressive Taktiken und Spielerschutz

Der Bericht hebt hervor, dass die Betreiber gezielt Taktiken anwenden, die auf spielsüchtige Personen abzielen, darunter personalisierte Angebote und schnelle Einzahlungsoptionen, die den Drang zum Weiterspielen verstärken. Behördenvertreter betonen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, solche Praktiken einzudämmen, und sie verweisen auf bestehende Mechanismen wie die OASIS-Sperrdatei, die jedoch bei nicht lizenzierten Anbietern oft nicht greift.

Interne Analysen zeigen zudem, dass die Plattformen ihre Nutzerdaten nutzen, um Verhaltensmuster zu erkennen und gezielt nachzusteuern, wodurch die Risiken für Betroffene steigen. Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, stellen fest, dass die Kombination aus technischer Infrastruktur und aggressivem Marketing die Durchsetzung von Schutzmaßnahmen erschwert.

Rolle der GGL bei der Bekämpfung unlizenzierter Angebote

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) wird im Bericht als zentrale Instanz genannt, die gegen diese illegalen Aktivitäten vorgeht, indem sie Domains blockiert und Betreiber verfolgt. Vertreter der Behörde haben in der Vergangenheit klargestellt, dass nur Anbieter auf der Whitelist als legal gelten, und sie arbeiten daran, die Sichtbarkeit unlizenzierter Seiten zu reduzieren. Beobachter bemerken, dass die Kooperation mit Medien wie dem Bayerischen Rundfunk dazu beiträgt, öffentliches Bewusstsein zu schaffen und die Durchsetzung zu unterstützen.

Die Recherche macht deutlich, dass die GGL kontinuierlich an der Identifikation neuer Netzwerke arbeitet, während die technischen Verbindungen zu Soft2Bet eine besondere Herausforderung darstellen. Daten aus den Untersuchungen zeigen, dass die Aufrufzahlen trotz dieser Bemühungen hoch bleiben, was auf die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen hinweist.

Fazit

Der BR-Bericht in Kooperation mit Investigate Europe liefert konkrete Einblicke in ein Netzwerk von 120 illegalen Casino-Seiten, die über Soft2Bet-Infrastruktur betrieben werden und zwischen 2020 und 2024 über 600 Millionen Euro erwirtschaftet haben, mit acht Millionen deutschen Zugriffen allein im Mai 2026. Die Dokumentation aggressiver Taktiken und die Rolle der GGL bei der Bekämpfung unterstreichen die laufenden Bemühungen um eine regulierte Glücksspielumgebung in Deutschland.